Marlin – Biografie


Marlin? Zu seinem ungewöhnlichen Künstlernamen hat Marlin sich von Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ inspirieren lassen. In glasklarer Sprache entwirft Hemingway in dieser Novelle eine Allegorie vom Unterschied zwischen äußerem und innerem Erfolg. Von Ersterem kann sein Held, der bettelarme und körperlich geschundene Fischer Santiago, nichts vorweisen. Zäh kämpft er aber bis zum Ende der Geschichte, und weil es ihm gelingt, allen Hindernissen zum Trotz die Hoffnung zu bewahren, mag er zwar materiell verloren haben, bleibt aber geistig siegreich.

 

Wer Marlins Songs hört, merkt, dass den jungen Singer-Songwriter aus München nicht nur die klare Sprache mit Hemingways Novelle verbindet. Es ist eben auch der Wille zur Hoffnung, das Lob des Durchhaltens, die Lust am Leben – mag die Welt auch manchmal noch so gnadenlos erscheinen, wer innere Stärke hat, braucht das Schicksal nicht zu fürchten. Das ist es, was in Marlins Texten immer durchscheint.

 

Marlin entdeckt früh die Musik für sich. Mit 6 Jahren gibt es die ersten Klavierstunden, mit 14 wechselt er zur Gitarre. 18-jährig will er es dann wirklich wissen, tritt live auf, schreibt eigene Songs. Zunächst noch auf Englisch, mittlerweile auf Deutsch. In Kurt Cobain, Damien Rice und Radiohead findet er Künstler, die ihn prägen. Nirvanas „Nevermind“ und Radioheads „OK Computer“ werden zu wichtigen Wegmarken seiner musikalischen Entwicklung. Aber auch in Deutschland findet er Vorbilder – hier ist es vor allem Rio Reisers Talent als Texter und Sänger, das ihn fasziniert. Später studiert Marlin an der „Akademie Deutsche POP“ Tontechnik und Komposition, verfeinert so sein Können als Musiker.

 

Gesellschaftlich, technologisch, politisch – die Welt scheint uns in immer kürzeren Abständen herauszufordern. Keine Frage, wir leben in Zeiten großer Umwälzungen. Künstler wie Marlin helfen uns, als Mensch den Blick fürs Wesentliche zu bewahren. Am Ende wird vielleicht nicht immer alles gut, sagen uns Marlins Songs, aber wer die Hoffnung nicht verliert, bleibt dennoch ungeschlagen. Oder wie es bei Hemingway heißt: „It‘s silly not to hope. It‘s a sin he thought.“